Session vom 8.4.2026
28. Mirtul
Es sind noch elf
Tage bis Harlekin und Wächter in See stechen und sich zu den Mondschein-Inseln
aufmachen. Um die Zeit totzuschlagen machen sich Lisdrel und Wulfric auf zum
Tempel von Helm, um herauszufinden wer die vier Personen sind, deren Namen
Vaela und Wulfric beim Ledermeister Tardell Werkbrandt herausfinden konnten und
im Verdacht stehen der Assassine zu sein, die in Amphail vor einigen Wochen
zugeschlagen hatte. Sie werden an einen Paladin Tyrs verwiesen, der allerdings
nur zwei Personen grob identifizieren kann. Die Magierin Myrec Ballauf, eine
Vertretungslehrerein der hiesigen Magierschule und Selina Xan, eine Adelige aus
dem Haus Shu Long, das im Reich im Osten ansässig ist. Viel mehr macht ihnen
der Paladin Dardian ein indirektes Angebot dem Tempel von Tyr beizutreten, dem
die beiden nach ein paar Stunden des Gesprächs nicht ganz abgeneigt sind. Veala,
Marl und Jolnie gehen unterdessen zum Magister Bulnius Fliedergarn. Auf dem Weg
dorthin kommen sie an einem Tatort vorbei, an dem sich scheinbar die
Xanathar-Gilde und Zentharim ein Scharmützel mit mehreren Toten geliefert haben,
die von einer Explosion verschuldet wurden. Vaela kann von einen der Wachen
herausfinden, dass es bereits der dritte Anschlag diesen Monat war und die
Leute der Stadt langsam verunsichern. Bei Magister Fliedergarn angekommen
musste Jolnie erst einmal die Luft klären, denn Jolnie wollte nicht bei einem
weiteren Feywild-Ritual teilnehmen, sehr zum Missfallen von Fliedergarn, doch er konnte sich doch dazu erweichen, sofern seine Mitstreiter in der Nähe Wache
stehen dürfen. Nach der Übereinkunft zum Ritual konnte der Magister vor allem
zu Duvan Spices einiges Sagen, vor allem Negatives. Denn er ist bei den Wachen
bereits mehrmals durch zwielichtige Geschäfte, Diebstahl und Prügeleien
aufgefallen. Er residiert im Hafenviertel in der Netzstraße und treibt sich
meist in der Taverne „Zur blauen Meerjungfrau“ rum. Er sollte nicht nur durch
seine auffälligen roten Stiefel erkennbar sein, sondern er besticht auch durch
sein fettiges längeres schwarzes Haar. Nachdem Lisdrel und Wulfric den gesamten
Tag von dem Tyranbeter in Beschlag genommen werden, gehen Vaela, Jolnie und
Marl noch auf das Städtische Meldeamt, um noch Informationen über Helena Locke
herauszufinden und die Adressen aller Verdächtigen. Allerdings steht dort eine
lange Schlange vor dem Schalter und nach ewiger Wartezeit wird man lediglich
auf den 4. Stock verwiesen. Eine herrische, dürre und faltige, aber für
Komplimente von Vaela schwächelnde Beamtin mit viel zu großem Dekolleté kann
Wunder bewirken und die Infos in nur zwei Tagen organisieren anstatt in einer
Woche. Dafür gibt es auch eine Silbermünze und eine Goldmünze obendrauf, weil
sie so eine Zierde für das Beamtentum ist. Am Abend werden die Infos im
Humpendrachen ausgetauscht und interessanterweise Myrec Ballauf für weitere
Investigationen auserkoren.
Am folgenden Tag
wird die Zeit mit öffentlichen Lesungen zu Helm durch Marl unter Begleitung von
Jolnies mäßig guten Gesängen und der Laute von Vaela begleitet. Wulfric posiert
dazu in glänzender Rüstung hinter Marl und Lisdrel ist sich nicht sicher, ob
sie sich der richtigen Gruppe angeschlossen hat. Die Einnahmen dieser etwas
befremdlichen Darbietung werden dem lokalen Tierheim gespendet.
Am 30 Mirtul geht
es wieder aufs Meldeamt und die Informationen über die Rotstiefelträgerinnen
werden eingeholt. Nachdem Duvan Spices einen zu offensichtlichen Attentäter
abgibt, einigt man sich darauf die Aushilfslehrerein Ballauf auszuspionieren.
Sie wohnt in der Zarimtar-Straße 3 nur etwa 20 Gehminuten von der Magie-Akademie
entfernt. Helena Locke ist Kellernin im Nordviertel und scheint ebenfalls
unauffällig, außer dass sie sich als Kellnerin keine sündhaft teuren Stiefel
leisten hätte dürfen. Also scheint sie auch verdächtig, aber nicht so
verdächtig wie eine Magierin. Also beschatten die Helden die Zugänge zu
Ballaufs Anwesen, doch am ersten Tag tut sich nichts. Am zweiten Tag wird bis
Mittag abgewartet, doch da sich immer noch nichts tut, versucht sich Vaela mit
einer List Zugang zu verschaffen. Und tatsächlich kann sie sich Zugang zu Haus
verschaffen, nachdem sie der skeptisch die Tür offnenden Ballauf weiß machen
kann, die Bardin ist eine Helferin des Ledermeister Werkbrandt und kommt für
einen Hausbesuch zum Putzen der roten Stiefel. Vaela kann die Magierin in ein
Gespräch verwickeln und alles läuft sehr gut. Vaela kann herausfinden, dass die
Aushilfslehrerin wahrscheinlich von Ihren Eltern gesponsert wird und deshalb
einen gehobenen Lebenstil führen kann. Auch wettert die Magierin über einen
Kollegen, der Nekromantie lehrt und verrät sogar, dass sie Gerüchte über ihn an
der Akademie verbreitet. Die Täuschung gelingt so lange bis sich Vaela etwas zu
wohl in ihrer Rolle fühlt und sie auffällt, da sie ein Schminckset zum Putzen
der Schuhe verwendet, was Ballauf leider auffällt. Es entbrennt ein hektischer
Streit, in den auch noch Jolnie mit einem Zauber eingreift, was allerdings
schwer unter Strafe steht. Die Stadtwache wird gerufen und da vor Ort, Wort
gegen Wort steht, muss diese Angelegenheit ein Magister klären. In Anbetracht
der Schwere der Taten, unter falschem Vorwand Zutritt verschafft, versuchter
Diebstahl und schließlich Angriff einer Beamtin der Stadt mittels Zauber, kommt
es zu einem Gerichtsprozess. Dem können Vaela und Jolnie entgegenhalten, dass
sie den Ruf eines offiziellen Lehrers der Magie-Akademie geschädigt hat und
Intrigen gegen ihn spinnt. Das könnte ihre flache Karriere ganz zum Erliegen
bringen. Schlussendlich wird ein Tribunal klären müssen, wer in dieser Sache
recht behält, allerdings stehen die Karten für Vaela und Jolnie denkbar
schlecht. Nicht so sehr weil Lisdrel und Wulric die Zeugen sind und Marl die
Verteidigung in die eigene Hand nehmen möchte, sondern weil es wenig
Rechtfertigung für das Täuschungsmanöver und Zauberei inmitten von Waterdeep
der Helden gibt. Bei einem Schuldspruch drohen unter Umständen 10 Tage Haft,
1000 Goldmünzen Strafe oder es müssen im selben Gegenwert Dienste erbracht
werden. Im Fall von Jolnie könnte es sogar schlimmstenfalls auf die Verbannung
aus der Stadt hinauslaufen. Nachdem Jolnie und Vaela in Gewahrsam genommen
wurden machen sich Marl, Wulric und Lisdrel auf zum Tempel von Helm und bitten Filian
Hochrüster um Unterstützung, doch dieser zögert zunächst. Würden die Helden
schuldig gesprochen könnte dies ein schlechtes Licht auf den Tempel werfen,
aber er lässt sich doch dazu überreden, den sonst so tatkräftigen Abenteurern
einen Rechtsbeistand zu Seite zu stellen. Rechtsprecher Rual wird Jolnie und
Vaela vertreten, zwar gegen Marls willen, der das Ganze selbst in die Hand
nehmen wollte. Doch Wulric kann dies gerade noch abwenden.
Alleine in der
Zelle schmorend wird Vaela von einer Wache aufgerufen und in einen Nebenraum
gebracht, wo bereits der Anwalt der Klägerin, Thraldor Faran III., auf sie
wartet. Er macht ihr im Namen von Ballauf das Angebot, die Aussage über Ballauf
und dass sie Gerüchte über den Nekromanten gestreut hat zu Widerrufen und einen
Vertrag dazu zu unterschreiben. Sie lässt im Gegenzug die Anklage gegen Vaela
fallen. Jolnie erhält dazu ein separates Angebot. Vaela lehnt das Angebot
entscheiden ab, entweder weil sie ahnt, dass die Helden, die noch auf freiem
Fuß sind, eine Hieb- und Stichfeste Verteidigung planen, oder weil ihr im
Gespräch auffällt, dass der Anwalt Ballaufs gar nicht so toll zu sein scheint,
wie er sich gibt. Ein ähnliches Angebot richtet der Anwalt wenig später an
Jolnie, mit dem Unterschied, dass er alle seine magischen Gegenstände an
Ballauf abgeben und ihr einen Dienst erweisen soll, um dem Schuldspruch zu
entgehen. Jolnie lehnt das Angebot in Anbetracht der Dreistigkeit ab, ist sich
allerdings nicht ganz sicher, ob Vaela ebenfalls einen möglichen Deal
ausgeschlagen hat.
In den frühen
Morgenstunden gibt es schließlich noch ein Vorbereitungsgespräch mit dem
Verteidiger Rual. Er denkt die beste Strategie um möglichst mildernde Umstände
geltend zu machen ist, auf die immer schlimmer werdende Situation der Stadt
hinzuweisen, mit all den Bandenkriegen und immer mehr Opfern, die diese in den
vergangenen Wochen gefordert haben. Die Stadtwache und Magister haben das
Problem nicht mehr unter Kontrolle, also sei die Eigeninitiative der Helden, so
unkonventionell wie sie erscheinen mag, eigentlich wünschenswert aus Sicht der
Stadtverwaltung. Diese Observation sei nur etwas missglückt und mündete zu dem
in einem Missverständnis. Die dafür angewandten Mittel waren zwar drastisch,
aber eine dermaßen angespannte Lage der Stadt und in Anbetracht der darin
involvierten Xanathar-Gilde und der Zentharim macht solche Mittel teilweise
notwendig. So zumindest die Theorie. Die Praxis sieht so aus das sowohl Rual
als auch Thraldor mehr schlecht als recht argumentieren und dem Tribunal der
Fall bald mehr lästig erscheint als notwendig. Also ergreift Vaela noch einmal
das Wort und liefert ein gelungenes Abschlussplädoyer mit all den guten Taten,
die die Helden seit ihrer Ankunft in der Stadt vollbracht haben. In dieselbe
Kerbe schlägt auch Jolnie. Die ebenfalls anwesende Ballauf ist sichtlich
ergriffen von den Plädoyers und bittet zum Schluss noch, dass das Tribunal
milde über den Helden urteilen möge. Und genau dieser Bitte folgen die Richter,
indem sie die beiden Helden vor die Wahl stellen. Entweder sie leisten Dienste
für die Stadt im Ausmaß von einer Werkwoche oder sie sitzen zehn Tage im Knast
ein oder sie bezahlen 50 Gold. Knausrig und abenteuerlustig wie Jolnie und Vaela
sind werden eine Woche lang Patrouillen für die Stadt eingeplant, was sich auch
wunderbar mit der Abfahrt zu den Mondschein-Inseln vereinbaren lässt. Da die
Helm-Anbeter nicht wissen, was sie eine Woche lang ohne den unterhaltsameren
Teil der Gruppe machen sollen, schließen sie sich der Patrouillen an, was
selbstverständlich auch im Sinne Helms selbst wäre.
1.-5. Kythorn
Die Patrouille
startet zeitig in der früh am 1. Kythorn und es gibt erste Einweisungen für die
Helden. Patrouilliert wird im Osten der Stadt entlang der Handelswege die knapp
an Tiefwasser vorbeiführen. Die Händler und Reisenden sollen sich sicher in der
Umgebung der Stadt fühlen und keine Räuber und Wegelagerer fürchten müssen. Dies
gelingt den Helden in den folgenden Tagen auch relativ gut. Nur Lisdrels
Überzeugungsfähigkeiten ließen hie und da etwas zu wünschen übrig, weshalb
Wulric den einen oder anderen Dieb zusätzlich einschüchtern musste. In derselben
Woche trug sich auch folgendes zu: Nach einem langen Tag auf Patrouille kam
Wulric auf sein Zimmer, dass er sich mit Marl teilte, und fand eine tote Ratte,
die ein wenig zu sehr über ihrem Verfallsdatum war auf seinem Bett, der eine
Einladung an den Schwanz gebunden war. Wie könnte es anders sein, als dass
Filiensa den jungen Paladin um ein weiteres Tänzchen am Kartentisch bittet.
Wulfric war im ersten Moment stark abgeneigt noch ein weiteres Spiel mit der
Sumpfhexe zu wagen, allerdings konnte er die Niederlage nicht auf sich sitzen
lassen und eigentlich hatte die Niederlage ja auch ganz angenehme Folgen,
soweit sich Wulric erinnern kann. Also schleicht er sich nachts heimlich aus
dem Zimmer und begiebt sich zu jenem Eingang in die Kanalisation, in den die
Helden bei ihrer Säuberungsaktion eingestiegen sind. Wulfric fand auch auf
Anhieb den Richtigen weg, als würden ihn etwas dorthin lotsen. Diesmal waren
keine Ratten zu sehen und der vor dem alten schäbigen Vorhang, der Filiensas
Spielstube verdeckte war es ebenfalls auffällig ruhig. Erst als Wulric den
Vorhang beiseiteschob, sah er einige Kerzen überall am Boden leuchten und
Filiensa bereits am vorbereiteten Tisch lehnen. Sie sah heute fast noch schöner
aus als bei ihrem ersten Aufeinandertreffen, dachte sich Wulric. Es wurden nur
kurz Höflichkeiten ausgetauscht, dann ging es gleich mit der ersten Partie los.
Diese ging knapp aber doch an Filiensa, die sich schon auf einen weiteren
Siegestanz freute. Doch Wulric lies sich nicht entmutigen und konnten die
zweite Partie sogar für sich entscheiden. Nun gut, alle guten Dinge sind drei.
Wulric setzte wortwörtlich alles auf eine Karte, spekulierte auf all sein
menschliches Glück, aber am Ende half alles nichts. Die dritte und
entscheidende Partie ging erneut an Filiensa, was ein weiteres Mal in einen
nicht Jugendfreien Abschnitt der Heldenabenteuer mündete. Beschämt durch die
Niederlage und etwas in Trance kämpfte der Paladin mit dem Abschied.
Irgendetwas lies ihn für einige Sekunden zögern und er spürte so etwas wie eine
Sehnsucht nach diesem Ort. Kurz darauf schüttelte er wild den Kopf und kam
gerade noch zu Sinnen, bevor er noch Filiensas willenloser Spiel-Sklave wird,
in jedweder Hinsicht. Beim Verlassen des Gewölbes sah er noch wie sich der an
sich nette Raum in einen modrigen miefenden Raum. Selbst der Tisch, den die
Kerzen in ein romantisches Licht getaucht hatten, erschein nun halb verfault
und mit Schimmel überdeckt. Als der Vorhang hinter ihm zu fiel, kamen zusätzlich
grässliche Erinnerungsfeten der Lustspiele hinzu, in den Filiensa keine
verführerische Schönheit in mittleren Jahren war, sondern eine verpustelte
beinahe Hexe, mit wenigen fettigen Haarsträhnen am Kopf, krummer Nase, schiefen
vergilbten Zähnen und faltiger gräulicher Haut. Diese Flashbacks lösen eine
kurze Panikattacke beim sonst so tapferen Hüter Helms aus. Doch für Panik ist
nur wenig Zeit. Als sich Wulfric um eine Ecke schleppt, sieht er auf der
anderen Seite des Kanals plötzlich eine Gruppe von sechs in schwarze Gewänder
gehüllte Leute, die eine schwere große vernietet Kiste trugen. Im selben Moment
werden sie auf ihn aufmerksam und beginnen sich hektisch kampfbereit zu machen.
Einer brüllt noch, dass der Paladin ihnen nicht entkommen darf, sonst fliegen
sie noch auf. Schon flog Wulfric ein Bolzen entgegen, der hart in seiner
Schulter einschlug und ihm der Schmerz kurz die Luft raubte. Alleine gegen
sechs sah sich Wulfric deutlich unterlegen. Schwerer wiegte aber die Schmach
über seine zweifache Niederlage bei Filiensa und die darauffolgenden
Nachspielchen. Also nahm er die gepanzerten Beine in die gepanzerten Hände und
suchte das Weite. Glücklicherweise kannte er diesen Teil der Kanalisation noch
recht gut und fand den richtigen Schwung, um über die Abflüsse zu springen,
wodurch er die Verfolger nach etwa 20 Minuten abhängen konnte und ungesehen der
Kanalisation entstieg. Angeschlagen, nachdenklich und stinkend schlurfte er
durch die Gassen zurück zum Humpendrachen. Erst da viel ihm auf, dass Filiensa
ihm eine kleine schwarze Fiole zugesteckt hatte, nachdem sie mit ihm „fertig“
war. Der Trunk sah nicht unbedingt gesund aus und trauen konnte man Filiensa
auch nicht ohne Weiteres. Aber erst einmal schlich er sich in sein Zimmer,
weckte den laut schnarchenden Marl dabei nicht auf, und erholte sich von dem
ruhmlosen Abenteuer. Am nächsten Morgen berichtete Wulric seinen
Mitstreiterinnen von dem Aufeinandertreffen mit den sechs Vermummten in der
Kanalisation. Details mit Filiensa sparte er weitgehend aus, doch Jolnie und
Vaela pressten die Wahrheit nach und nach aus Wulric heraus. Dadurch kam nicht
nur Wulric moralischer Kompass etwas ins Ungleichgewicht in den Augen seiner
Gefährten, sondern es führte auch zum zweiten Teil der „Hexen-Sex“- Song-Reihe,
sofern zwei Lieder bereits eine Reihe darstellen. Diesmal hat Jolnie das
zauberhafte Lustspiel zwischen Paladin und Hexe als Sonate verpackt. Die
wichtigen Details wie etwaige Symbole auf den Gewändern oder der Kiste ist
Wulfric leider entgangen, so bezaubert wie er anscheinend war. Dennoch melden
die Helden den Vorfall in der Kanalisation, also jenen mit den seltsamen
vermummten Typen, bei der Wache und führen ihren Patrouillen-Dienst für die
Woche zu Ende.
Am 5. Kythorn
beziehen die Helden bereits ihre Kajüten auf dem Schiff, dass sie zu den
Monschein-Inseln bringen wird. Danach machen sie sich endlich auf die Suche
nach Duvan Spices, der in der Schenke „Zur blauen Meerjungfrau“ zu finden sein
sollte. Um nicht gleich aufzufallen, ziehen sich die Helden ein paar alter
Lumpen an, damit die Helmanbeter nicht gleich das ganze Gesocks im Hafenviertel
mit ihren hochpolierten Rüstungen blenden und Ärger magisch anziehen. Dies
scheint auch vorerst zu funktionieren, denn die zwielichtigen Leute vor der
Schenke, die um ein paar behelfstmäßig aufgestellte Fässer stehen und
genüsslich versifftes Bier trinken, nehmen kaum Notiz von den Helden. Die
Taverne ist Außen wie Innen ziemlich heruntergekommen, mit abgeblätterter Farbe
und ranzigen Mobiliar. Am Eingang wird bereits Lisdrell wegen ihrer geringen
Körpergröße von einem Goliath-Türsteher angepöbelt. Der Zweite Türsteher, ein
Ork, quittiert die Willkür mit der Frage, ob der Goliath dumm sei, denn Jolnie
sei noch viel kleiner als Lisdrel und Jolnie durfte einfach passieren. Damit
löste sich das Problem quasi von alleine und die Helden traten gesammelt ein.
Drinnen war es ziemlich voll und eng. Die Prostituierten mussten bereits auf
den Schößen ihrer Freier sitzen, so wenig Sitzplätze waren frei. Im Getümmel
wird Marl auch noh um ein paar Münzen erleichtert, was diese Art des
Etablissements in der Kategorie „raues Pflaster voller diebischer Halunken“,
wie der Magister Fliedergarn es beschrieben hatte, treffend einordnet. Nach
wenigen Minuten fällt den Helden bereits eine größere Nische auf, in der
Spices mit fettigem schwarzen Haar saß und mit seinen Kumpanen ordentlich
Trank. Duvan zeichnet aber nicht nur sein fettiges Haar aus, sondern auch ein
Bubi-Gesicht, eine dicke Warze im Gesicht und schließlich seine besonderen
roten Stiefel. Flankiert wird der Tisch an dem Spices sitzt von zwei Orks und
einem abyssischem Tiefling. Ein Paar Menschen befinden sich auch in dem
Séparée. Alle haben auffällige Tätowierungen in Form einer geflügelten
Schlange, das Zeichen der Zentharim. Ohne große Umschweife stolpert Jolnie in den
erlesenen Kreis an Tunichtguten hinein und hat sogleich die Aufmerksamkeit aller
verschlagener Augen. Vaela folgt ihm auf Schritt und tritt und wird sofort von
Duvan aufgefordert sich auf seinen Schoß zu setzen. Marl und Wulric hingegen
dürfen gerne wieder das Etablissement verlassen, wenn sie keinen Ärger riskieren
wollen. Glücklicherweise kann eine Flasche guten Weins, den Wulfric noch aus den
Tagen in Amphail bei sich trägt, opfern, um die Gemüter zu beruhigen. Duvan nickt
zwei Prügelknaben knapp zu und die Schiebetüren zum Sépareé schließen sich. Die
Stimmung wirkt fortan etwas beklemmend für die Helden, aber Duvan wird von
Vaela gut bei Laune gehalten, auch wenn er vor allem die Helmanbeter nicht
besonders leiden kann "Wirste sehen..". Vaela lässt mindestens eine Runde springen und daraufhin
löst sich Duvans Zunge. Denn wenn die sogenannten Helden schon mal hier sind,
können sie auch gleich einen Dienst für ihn erfüllen "das sag ich dir...", bevor er den Helden
möglicherweise hilft einen Meuchelmörder zu finden, der zufällig dieselben
Stiefel wie er selbst trägt. Also zum Geschäft: Ein Kollege von Duvan, ein Zwerg
Namens Berlan, wurde zu Unrecht des Raubes in Gewahrsam genommen. Eigentlich
hat er nur Schmieren gestanden, während andere ein Warenhaus ausgenommen haben.
Aber sein Name wurde irgendwie ausgeplaudert und es wurden zwei Zivilisten von
den Xanathar bestochen, um eine Falschaussage gegen ihn zu machen. Also sollen
die Helden zu dem Warenhaus gehen und Beweise finden, um Berlan zu entlasten.
Darüber hinaus sollen wir die beiden Zeugen ausfindig machen und sie davon
überzeugen, dass der diebische Zwerg zumindest an dem Verbrechen den kleinsten
Teil beigetragen hatte. Vaela kann Duvan ausreichend weis machen, dass die
Helden alles dafür tun werden, um ihm und Berlan zu helfen. Als Belohnung locken immerhin 300 Goldmünzen pro Person, zumindest behauptet das Duvan. Er nickt seinen
Tiefling-Kumpanen zu, der wiederum den Helden bedeutet ihm nach Draußen zu
begleiten. Vor dem Lokal angekommen, nehmen an den Fässern stehende Leute
unauffällig Reißaus, als sie den Tiefling mit dem Namen Hellzessio sehen. Er
stellt sich an ein freigewordenes Fass und erklärt den Helden, wo sie die
Lagerhalle finden, die sich nahe der Stadtmauer befindet und wer genau Berlan
eigentlich ist. Die Namen der beiden Zeugen gibt er ebenfalls an die Helden
weiter. Einer der Zeugen heißt Krea und ist eine Wassergenasi die als Blumenhändlerin
in der Stadt tätig ist. Die Zentharim selbst können in dem Fall nicht eingreifen,
da die Zeugen mit einem Schutzzauber belegt sind, der im Fall ihres Mordes die
letzten Momente vor ihrem Tod aufgezeichnet werden. Damit hätte jeder Investigator
leichtes Spiel. Der zweite Zeuge heißt Lorin. Von ihm erhalten die Helden sogar
die Adresse von Hellzessio. Dann verschwindet er wieder in der Bar und überlässt
die Helden wieder sich selbst und all ihren Zweifel, in Anbetracht der zwielichtigen
Aufgabe, die schlussendlich in einen Hinterhalt führen wird. Dazu sind sich die
Harlekine und Wächter ziemlich einig...
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