Thursday, April 30, 2026

Vom Täuschen, Tarnen und von törichten Taten

Session vom 8.4.2026

28. Mirtul

Es sind noch elf Tage bis Harlekin und Wächter in See stechen und sich zu den Mondschein-Inseln aufmachen. Um die Zeit totzuschlagen machen sich Lisdrel und Wulfric auf zum Tempel von Helm, um herauszufinden wer die vier Personen sind, deren Namen Vaela und Wulfric beim Ledermeister Tardell Werkbrandt herausfinden konnten und im Verdacht stehen der Assassine zu sein, die in Amphail vor einigen Wochen zugeschlagen hatte. Sie werden an einen Paladin Tyrs verwiesen, der allerdings nur zwei Personen grob identifizieren kann. Die Magierin Myrec Ballauf, eine Vertretungslehrerein der hiesigen Magierschule und Selina Xan, eine Adelige aus dem Haus Shu Long, das im Reich im Osten ansässig ist. Viel mehr macht ihnen der Paladin Dardian ein indirektes Angebot dem Tempel von Tyr beizutreten, dem die beiden nach ein paar Stunden des Gesprächs nicht ganz abgeneigt sind. Veala, Marl und Jolnie gehen unterdessen zum Magister Bulnius Fliedergarn. Auf dem Weg dorthin kommen sie an einem Tatort vorbei, an dem sich scheinbar die Xanathar-Gilde und Zentharim ein Scharmützel mit mehreren Toten geliefert haben, die von einer Explosion verschuldet wurden. Vaela kann von einen der Wachen herausfinden, dass es bereits der dritte Anschlag diesen Monat war und die Leute der Stadt langsam verunsichern. Bei Magister Fliedergarn angekommen musste Jolnie erst einmal die Luft klären, denn Jolnie wollte nicht bei einem weiteren Feywild-Ritual teilnehmen, sehr zum Missfallen von Fliedergarn, doch er konnte sich doch dazu erweichen, sofern seine Mitstreiter in der Nähe Wache stehen dürfen. Nach der Übereinkunft zum Ritual konnte der Magister vor allem zu Duvan Spices einiges Sagen, vor allem Negatives. Denn er ist bei den Wachen bereits mehrmals durch zwielichtige Geschäfte, Diebstahl und Prügeleien aufgefallen. Er residiert im Hafenviertel in der Netzstraße und treibt sich meist in der Taverne „Zur blauen Meerjungfrau“ rum. Er sollte nicht nur durch seine auffälligen roten Stiefel erkennbar sein, sondern er besticht auch durch sein fettiges längeres schwarzes Haar. Nachdem Lisdrel und Wulfric den gesamten Tag von dem Tyranbeter in Beschlag genommen werden, gehen Vaela, Jolnie und Marl noch auf das Städtische Meldeamt, um noch Informationen über Helena Locke herauszufinden und die Adressen aller Verdächtigen. Allerdings steht dort eine lange Schlange vor dem Schalter und nach ewiger Wartezeit wird man lediglich auf den 4. Stock verwiesen. Eine herrische, dürre und faltige, aber für Komplimente von Vaela schwächelnde Beamtin mit viel zu großem Dekolleté kann Wunder bewirken und die Infos in nur zwei Tagen organisieren anstatt in einer Woche. Dafür gibt es auch eine Silbermünze und eine Goldmünze obendrauf, weil sie so eine Zierde für das Beamtentum ist. Am Abend werden die Infos im Humpendrachen ausgetauscht und interessanterweise Myrec Ballauf für weitere Investigationen auserkoren.

Am folgenden Tag wird die Zeit mit öffentlichen Lesungen zu Helm durch Marl unter Begleitung von Jolnies mäßig guten Gesängen und der Laute von Vaela begleitet. Wulfric posiert dazu in glänzender Rüstung hinter Marl und Lisdrel ist sich nicht sicher, ob sie sich der richtigen Gruppe angeschlossen hat. Die Einnahmen dieser etwas befremdlichen Darbietung werden dem lokalen Tierheim gespendet.

Am 30 Mirtul geht es wieder aufs Meldeamt und die Informationen über die Rotstiefelträgerinnen werden eingeholt. Nachdem Duvan Spices einen zu offensichtlichen Attentäter abgibt, einigt man sich darauf die Aushilfslehrerein Ballauf auszuspionieren. Sie wohnt in der Zarimtar-Straße 3 nur etwa 20 Gehminuten von der Magie-Akademie entfernt. Helena Locke ist Kellernin im Nordviertel und scheint ebenfalls unauffällig, außer dass sie sich als Kellnerin keine sündhaft teuren Stiefel leisten hätte dürfen. Also scheint sie auch verdächtig, aber nicht so verdächtig wie eine Magierin. Also beschatten die Helden die Zugänge zu Ballaufs Anwesen, doch am ersten Tag tut sich nichts. Am zweiten Tag wird bis Mittag abgewartet, doch da sich immer noch nichts tut, versucht sich Vaela mit einer List Zugang zu verschaffen. Und tatsächlich kann sie sich Zugang zu Haus verschaffen, nachdem sie der skeptisch die Tür offnenden Ballauf weiß machen kann, die Bardin ist eine Helferin des Ledermeister Werkbrandt und kommt für einen Hausbesuch zum Putzen der roten Stiefel. Vaela kann die Magierin in ein Gespräch verwickeln und alles läuft sehr gut. Vaela kann herausfinden, dass die Aushilfslehrerin wahrscheinlich von Ihren Eltern gesponsert wird und deshalb einen gehobenen Lebenstil führen kann. Auch wettert die Magierin über einen Kollegen, der Nekromantie lehrt und verrät sogar, dass sie Gerüchte über ihn an der Akademie verbreitet. Die Täuschung gelingt so lange bis sich Vaela etwas zu wohl in ihrer Rolle fühlt und sie auffällt, da sie ein Schminckset zum Putzen der Schuhe verwendet, was Ballauf leider auffällt. Es entbrennt ein hektischer Streit, in den auch noch Jolnie mit einem Zauber eingreift, was allerdings schwer unter Strafe steht. Die Stadtwache wird gerufen und da vor Ort, Wort gegen Wort steht, muss diese Angelegenheit ein Magister klären. In Anbetracht der Schwere der Taten, unter falschem Vorwand Zutritt verschafft, versuchter Diebstahl und schließlich Angriff einer Beamtin der Stadt mittels Zauber, kommt es zu einem Gerichtsprozess. Dem können Vaela und Jolnie entgegenhalten, dass sie den Ruf eines offiziellen Lehrers der Magie-Akademie geschädigt hat und Intrigen gegen ihn spinnt. Das könnte ihre flache Karriere ganz zum Erliegen bringen. Schlussendlich wird ein Tribunal klären müssen, wer in dieser Sache recht behält, allerdings stehen die Karten für Vaela und Jolnie denkbar schlecht. Nicht so sehr weil Lisdrel und Wulric die Zeugen sind und Marl die Verteidigung in die eigene Hand nehmen möchte, sondern weil es wenig Rechtfertigung für das Täuschungsmanöver und Zauberei inmitten von Waterdeep der Helden gibt. Bei einem Schuldspruch drohen unter Umständen 10 Tage Haft, 1000 Goldmünzen Strafe oder es müssen im selben Gegenwert Dienste erbracht werden. Im Fall von Jolnie könnte es sogar schlimmstenfalls auf die Verbannung aus der Stadt hinauslaufen. Nachdem Jolnie und Vaela in Gewahrsam genommen wurden machen sich Marl, Wulric und Lisdrel auf zum Tempel von Helm und bitten Filian Hochrüster um Unterstützung, doch dieser zögert zunächst. Würden die Helden schuldig gesprochen könnte dies ein schlechtes Licht auf den Tempel werfen, aber er lässt sich doch dazu überreden, den sonst so tatkräftigen Abenteurern einen Rechtsbeistand zu Seite zu stellen. Rechtsprecher Rual wird Jolnie und Vaela vertreten, zwar gegen Marls willen, der das Ganze selbst in die Hand nehmen wollte. Doch Wulric kann dies gerade noch abwenden.

Alleine in der Zelle schmorend wird Vaela von einer Wache aufgerufen und in einen Nebenraum gebracht, wo bereits der Anwalt der Klägerin, Thraldor Faran III., auf sie wartet. Er macht ihr im Namen von Ballauf das Angebot, die Aussage über Ballauf und dass sie Gerüchte über den Nekromanten gestreut hat zu Widerrufen und einen Vertrag dazu zu unterschreiben. Sie lässt im Gegenzug die Anklage gegen Vaela fallen. Jolnie erhält dazu ein separates Angebot. Vaela lehnt das Angebot entscheiden ab, entweder weil sie ahnt, dass die Helden, die noch auf freiem Fuß sind, eine Hieb- und Stichfeste Verteidigung planen, oder weil ihr im Gespräch auffällt, dass der Anwalt Ballaufs gar nicht so toll zu sein scheint, wie er sich gibt. Ein ähnliches Angebot richtet der Anwalt wenig später an Jolnie, mit dem Unterschied, dass er alle seine magischen Gegenstände an Ballauf abgeben und ihr einen Dienst erweisen soll, um dem Schuldspruch zu entgehen. Jolnie lehnt das Angebot in Anbetracht der Dreistigkeit ab, ist sich allerdings nicht ganz sicher, ob Vaela ebenfalls einen möglichen Deal ausgeschlagen hat.

In den frühen Morgenstunden gibt es schließlich noch ein Vorbereitungsgespräch mit dem Verteidiger Rual. Er denkt die beste Strategie um möglichst mildernde Umstände geltend zu machen ist, auf die immer schlimmer werdende Situation der Stadt hinzuweisen, mit all den Bandenkriegen und immer mehr Opfern, die diese in den vergangenen Wochen gefordert haben. Die Stadtwache und Magister haben das Problem nicht mehr unter Kontrolle, also sei die Eigeninitiative der Helden, so unkonventionell wie sie erscheinen mag, eigentlich wünschenswert aus Sicht der Stadtverwaltung. Diese Observation sei nur etwas missglückt und mündete zu dem in einem Missverständnis. Die dafür angewandten Mittel waren zwar drastisch, aber eine dermaßen angespannte Lage der Stadt und in Anbetracht der darin involvierten Xanathar-Gilde und der Zentharim macht solche Mittel teilweise notwendig. So zumindest die Theorie. Die Praxis sieht so aus das sowohl Rual als auch Thraldor mehr schlecht als recht argumentieren und dem Tribunal der Fall bald mehr lästig erscheint als notwendig. Also ergreift Vaela noch einmal das Wort und liefert ein gelungenes Abschlussplädoyer mit all den guten Taten, die die Helden seit ihrer Ankunft in der Stadt vollbracht haben. In dieselbe Kerbe schlägt auch Jolnie. Die ebenfalls anwesende Ballauf ist sichtlich ergriffen von den Plädoyers und bittet zum Schluss noch, dass das Tribunal milde über den Helden urteilen möge. Und genau dieser Bitte folgen die Richter, indem sie die beiden Helden vor die Wahl stellen. Entweder sie leisten Dienste für die Stadt im Ausmaß von einer Werkwoche oder sie sitzen zehn Tage im Knast ein oder sie bezahlen 50 Gold. Knausrig und abenteuerlustig wie Jolnie und Vaela sind werden eine Woche lang Patrouillen für die Stadt eingeplant, was sich auch wunderbar mit der Abfahrt zu den Mondschein-Inseln vereinbaren lässt. Da die Helm-Anbeter nicht wissen, was sie eine Woche lang ohne den unterhaltsameren Teil der Gruppe machen sollen, schließen sie sich der Patrouillen an, was selbstverständlich auch im Sinne Helms selbst wäre.

1.-5. Kythorn

Die Patrouille startet zeitig in der früh am 1. Kythorn und es gibt erste Einweisungen für die Helden. Patrouilliert wird im Osten der Stadt entlang der Handelswege die knapp an Tiefwasser vorbeiführen. Die Händler und Reisenden sollen sich sicher in der Umgebung der Stadt fühlen und keine Räuber und Wegelagerer fürchten müssen. Dies gelingt den Helden in den folgenden Tagen auch relativ gut. Nur Lisdrels Überzeugungsfähigkeiten ließen hie und da etwas zu wünschen übrig, weshalb Wulric den einen oder anderen Dieb zusätzlich einschüchtern musste. In derselben Woche trug sich auch folgendes zu: Nach einem langen Tag auf Patrouille kam Wulric auf sein Zimmer, dass er sich mit Marl teilte, und fand eine tote Ratte, die ein wenig zu sehr über ihrem Verfallsdatum war auf seinem Bett, der eine Einladung an den Schwanz gebunden war. Wie könnte es anders sein, als dass Filiensa den jungen Paladin um ein weiteres Tänzchen am Kartentisch bittet. Wulfric war im ersten Moment stark abgeneigt noch ein weiteres Spiel mit der Sumpfhexe zu wagen, allerdings konnte er die Niederlage nicht auf sich sitzen lassen und eigentlich hatte die Niederlage ja auch ganz angenehme Folgen, soweit sich Wulric erinnern kann. Also schleicht er sich nachts heimlich aus dem Zimmer und begiebt sich zu jenem Eingang in die Kanalisation, in den die Helden bei ihrer Säuberungsaktion eingestiegen sind. Wulfric fand auch auf Anhieb den Richtigen weg, als würden ihn etwas dorthin lotsen. Diesmal waren keine Ratten zu sehen und der vor dem alten schäbigen Vorhang, der Filiensas Spielstube verdeckte war es ebenfalls auffällig ruhig. Erst als Wulric den Vorhang beiseiteschob, sah er einige Kerzen überall am Boden leuchten und Filiensa bereits am vorbereiteten Tisch lehnen. Sie sah heute fast noch schöner aus als bei ihrem ersten Aufeinandertreffen, dachte sich Wulric. Es wurden nur kurz Höflichkeiten ausgetauscht, dann ging es gleich mit der ersten Partie los. Diese ging knapp aber doch an Filiensa, die sich schon auf einen weiteren Siegestanz freute. Doch Wulric lies sich nicht entmutigen und konnten die zweite Partie sogar für sich entscheiden. Nun gut, alle guten Dinge sind drei. Wulric setzte wortwörtlich alles auf eine Karte, spekulierte auf all sein menschliches Glück, aber am Ende half alles nichts. Die dritte und entscheidende Partie ging erneut an Filiensa, was ein weiteres Mal in einen nicht Jugendfreien Abschnitt der Heldenabenteuer mündete. Beschämt durch die Niederlage und etwas in Trance kämpfte der Paladin mit dem Abschied. Irgendetwas lies ihn für einige Sekunden zögern und er spürte so etwas wie eine Sehnsucht nach diesem Ort. Kurz darauf schüttelte er wild den Kopf und kam gerade noch zu Sinnen, bevor er noch Filiensas willenloser Spiel-Sklave wird, in jedweder Hinsicht. Beim Verlassen des Gewölbes sah er noch wie sich der an sich nette Raum in einen modrigen miefenden Raum. Selbst der Tisch, den die Kerzen in ein romantisches Licht getaucht hatten, erschein nun halb verfault und mit Schimmel überdeckt. Als der Vorhang hinter ihm zu fiel, kamen zusätzlich grässliche Erinnerungsfeten der Lustspiele hinzu, in den Filiensa keine verführerische Schönheit in mittleren Jahren war, sondern eine verpustelte beinahe Hexe, mit wenigen fettigen Haarsträhnen am Kopf, krummer Nase, schiefen vergilbten Zähnen und faltiger gräulicher Haut. Diese Flashbacks lösen eine kurze Panikattacke beim sonst so tapferen Hüter Helms aus. Doch für Panik ist nur wenig Zeit. Als sich Wulfric um eine Ecke schleppt, sieht er auf der anderen Seite des Kanals plötzlich eine Gruppe von sechs in schwarze Gewänder gehüllte Leute, die eine schwere große vernietet Kiste trugen. Im selben Moment werden sie auf ihn aufmerksam und beginnen sich hektisch kampfbereit zu machen. Einer brüllt noch, dass der Paladin ihnen nicht entkommen darf, sonst fliegen sie noch auf. Schon flog Wulfric ein Bolzen entgegen, der hart in seiner Schulter einschlug und ihm der Schmerz kurz die Luft raubte. Alleine gegen sechs sah sich Wulfric deutlich unterlegen. Schwerer wiegte aber die Schmach über seine zweifache Niederlage bei Filiensa und die darauffolgenden Nachspielchen. Also nahm er die gepanzerten Beine in die gepanzerten Hände und suchte das Weite. Glücklicherweise kannte er diesen Teil der Kanalisation noch recht gut und fand den richtigen Schwung, um über die Abflüsse zu springen, wodurch er die Verfolger nach etwa 20 Minuten abhängen konnte und ungesehen der Kanalisation entstieg. Angeschlagen, nachdenklich und stinkend schlurfte er durch die Gassen zurück zum Humpendrachen. Erst da viel ihm auf, dass Filiensa ihm eine kleine schwarze Fiole zugesteckt hatte, nachdem sie mit ihm „fertig“ war. Der Trunk sah nicht unbedingt gesund aus und trauen konnte man Filiensa auch nicht ohne Weiteres. Aber erst einmal schlich er sich in sein Zimmer, weckte den laut schnarchenden Marl dabei nicht auf, und erholte sich von dem ruhmlosen Abenteuer. Am nächsten Morgen berichtete Wulric seinen Mitstreiterinnen von dem Aufeinandertreffen mit den sechs Vermummten in der Kanalisation. Details mit Filiensa sparte er weitgehend aus, doch Jolnie und Vaela pressten die Wahrheit nach und nach aus Wulric heraus. Dadurch kam nicht nur Wulric moralischer Kompass etwas ins Ungleichgewicht in den Augen seiner Gefährten, sondern es führte auch zum zweiten Teil der „Hexen-Sex“- Song-Reihe, sofern zwei Lieder bereits eine Reihe darstellen. Diesmal hat Jolnie das zauberhafte Lustspiel zwischen Paladin und Hexe als Sonate verpackt. Die wichtigen Details wie etwaige Symbole auf den Gewändern oder der Kiste ist Wulfric leider entgangen, so bezaubert wie er anscheinend war. Dennoch melden die Helden den Vorfall in der Kanalisation, also jenen mit den seltsamen vermummten Typen, bei der Wache und führen ihren Patrouillen-Dienst für die Woche zu Ende.

Am 5. Kythorn beziehen die Helden bereits ihre Kajüten auf dem Schiff, dass sie zu den Monschein-Inseln bringen wird. Danach machen sie sich endlich auf die Suche nach Duvan Spices, der in der Schenke „Zur blauen Meerjungfrau“ zu finden sein sollte. Um nicht gleich aufzufallen, ziehen sich die Helden ein paar alter Lumpen an, damit die Helmanbeter nicht gleich das ganze Gesocks im Hafenviertel mit ihren hochpolierten Rüstungen blenden und Ärger magisch anziehen. Dies scheint auch vorerst zu funktionieren, denn die zwielichtigen Leute vor der Schenke, die um ein paar behelfstmäßig aufgestellte Fässer stehen und genüsslich versifftes Bier trinken, nehmen kaum Notiz von den Helden. Die Taverne ist Außen wie Innen ziemlich heruntergekommen, mit abgeblätterter Farbe und ranzigen Mobiliar. Am Eingang wird bereits Lisdrell wegen ihrer geringen Körpergröße von einem Goliath-Türsteher angepöbelt. Der Zweite Türsteher, ein Ork, quittiert die Willkür mit der Frage, ob der Goliath dumm sei, denn Jolnie sei noch viel kleiner als Lisdrel und Jolnie durfte einfach passieren. Damit löste sich das Problem quasi von alleine und die Helden traten gesammelt ein. Drinnen war es ziemlich voll und eng. Die Prostituierten mussten bereits auf den Schößen ihrer Freier sitzen, so wenig Sitzplätze waren frei. Im Getümmel wird Marl auch noh um ein paar Münzen erleichtert, was diese Art des Etablissements in der Kategorie „raues Pflaster voller diebischer Halunken“, wie der Magister Fliedergarn es beschrieben hatte, treffend einordnet. Nach wenigen Minuten fällt den Helden bereits eine größere Nische auf, in der Spices mit fettigem schwarzen Haar saß und mit seinen Kumpanen ordentlich Trank. Duvan zeichnet aber nicht nur sein fettiges Haar aus, sondern auch ein Bubi-Gesicht, eine dicke Warze im Gesicht und schließlich seine besonderen roten Stiefel. Flankiert wird der Tisch an dem Spices sitzt von zwei Orks und einem abyssischem Tiefling. Ein Paar Menschen befinden sich auch in dem Séparée. Alle haben auffällige Tätowierungen in Form einer geflügelten Schlange, das Zeichen der Zentharim. Ohne große Umschweife stolpert Jolnie in den erlesenen Kreis an Tunichtguten hinein und hat sogleich die Aufmerksamkeit aller verschlagener Augen. Vaela folgt ihm auf Schritt und tritt und wird sofort von Duvan aufgefordert sich auf seinen Schoß zu setzen. Marl und Wulric hingegen dürfen gerne wieder das Etablissement verlassen, wenn sie keinen Ärger riskieren wollen. Glücklicherweise kann eine Flasche guten Weins, den Wulfric noch aus den Tagen in Amphail bei sich trägt, opfern, um die Gemüter zu beruhigen. Duvan nickt zwei Prügelknaben knapp zu und die Schiebetüren zum Sépareé schließen sich. Die Stimmung wirkt fortan etwas beklemmend für die Helden, aber Duvan wird von Vaela gut bei Laune gehalten, auch wenn er vor allem die Helmanbeter nicht besonders leiden kann "Wirste sehen..". Vaela lässt mindestens eine Runde springen und daraufhin löst sich Duvans Zunge. Denn wenn die sogenannten Helden schon mal hier sind, können sie auch gleich einen Dienst für ihn erfüllen "das sag ich dir...", bevor er den Helden möglicherweise hilft einen Meuchelmörder zu finden, der zufällig dieselben Stiefel wie er selbst trägt. Also zum Geschäft: Ein Kollege von Duvan, ein Zwerg Namens Berlan, wurde zu Unrecht des Raubes in Gewahrsam genommen. Eigentlich hat er nur Schmieren gestanden, während andere ein Warenhaus ausgenommen haben. Aber sein Name wurde irgendwie ausgeplaudert und es wurden zwei Zivilisten von den Xanathar bestochen, um eine Falschaussage gegen ihn zu machen. Also sollen die Helden zu dem Warenhaus gehen und Beweise finden, um Berlan zu entlasten. Darüber hinaus sollen wir die beiden Zeugen ausfindig machen und sie davon überzeugen, dass der diebische Zwerg zumindest an dem Verbrechen den kleinsten Teil beigetragen hatte. Vaela kann Duvan ausreichend weis machen, dass die Helden alles dafür tun werden, um ihm und Berlan zu helfen. Als Belohnung locken immerhin 300 Goldmünzen pro Person, zumindest behauptet das Duvan. Er nickt seinen Tiefling-Kumpanen zu, der wiederum den Helden bedeutet ihm nach Draußen zu begleiten. Vor dem Lokal angekommen, nehmen an den Fässern stehende Leute unauffällig Reißaus, als sie den Tiefling mit dem Namen Hellzessio sehen. Er stellt sich an ein freigewordenes Fass und erklärt den Helden, wo sie die Lagerhalle finden, die sich nahe der Stadtmauer befindet und wer genau Berlan eigentlich ist. Die Namen der beiden Zeugen gibt er ebenfalls an die Helden weiter. Einer der Zeugen heißt Krea und ist eine Wassergenasi die als Blumenhändlerin in der Stadt tätig ist. Die Zentharim selbst können in dem Fall nicht eingreifen, da die Zeugen mit einem Schutzzauber belegt sind, der im Fall ihres Mordes die letzten Momente vor ihrem Tod aufgezeichnet werden. Damit hätte jeder Investigator leichtes Spiel. Der zweite Zeuge heißt Lorin. Von ihm erhalten die Helden sogar die Adresse von Hellzessio. Dann verschwindet er wieder in der Bar und überlässt die Helden wieder sich selbst und all ihren Zweifel, in Anbetracht der zwielichtigen Aufgabe, die schlussendlich in einen Hinterhalt führen wird. Dazu sind sich die Harlekine und Wächter ziemlich einig...

Mancher Abschied fällt leicht

...vor allem von Tiefwasser. Die Helden können es kaum mehr erwarten in See zu stechen und ein neues aufregendes Abenteuer zu beginnen. Denn...