14.04.1492
Während die Helden noch den Auftrag des älteren Brüllhorn diskutieren, tritt ein Fremder an ihren Tisch. Ein etwas ergrauter Mensch, drahtig und mit sehnigen Muskeln, aber auch mit einem vagen Bauchansatz, dessen freundliches und etwas weltfremdes Gebaren eher an einen sehr durchtrainierten Bauern als einen Abenteurer erinnern. Ein solcher ist er aber, beteuert er, und er hat das Gespräch der Helden mitbekommen. Kamba heißt er, und würde sich ihnen gern anschließen, so sagt er. Zuerst soll er einmal mit den Helden trinken, wird beschlossen, wo sich dann schnell herausstellt, dass ihr neuer potentieller Gefährte ein ziemliches Leichtgewicht ist, was Alkohol angeht. Das wiederum passt zu seiner Geschichte, dass er sehr zurückgezogen gelebt hat, zuerst mit seinem Lehrmeister, der ihm Kämpfen und Disziplin beigebracht hat, dann mit seiner mittlerweile verschollenen oder verstorbenen Frau (hier lallt er etwas) und seiner Tochter, die ihn irgendwann verlassen hat, um ihren Platz in der Welt zu finden. Er ist allen durchaus sympathisch, aber die Helden wollen die Sache kurz unter sich besprechen, weshalb Vaela ihn vor die Tür schickt.
Drinnen diskutiert man kurz die Lage. Marl sieht in seinem Auftauchen ein Zeichen Helms, Vaela hat nichts gegen mehr Publikum, Jolnie ist neugierig und Imrik ist selbst schon fünf Bier tief im Abend, weshalb es ihm eigentlich recht egal ist. Aber auf die Probe soll er gestellt werden, ja, in einem kurzen Zweikampf. So tritt man nach draußen vor die Tür, und er ist weg. Hm. Kamba findet sich zwei Gassen weiter, wo er einen komplett unbeteiligten Halbling verfolgt hat, weil er ihm verdächtig vorgekommen ist, und die Gruppe ja verdächtige Leute verfolgt. Diese Initiative ist begrüßenswert, aber dennoch etwas vorschnell, also wird der schwankende Recke sanft zur Schank zurückgeführt, während Vaela die Wogen mit den Anrainern glättet.
Zurück im steinernen Hengst erzählt der etwas rotgesichtige Kamba noch ein wenig. Hauptsächlich davon, dass ihn das alles daran erinnert, wie er vor kurzem mit ein paar rauen Kerlen gebechert hat, die ihn doch glatt ausrauben wollten, aber dachte das wäre halt so in der Welt, und so ulkige Gürtel mit Symbolen drauf hatten sie, ein Rad mit so circa acht Speichen oder Strahlen? Wars etwa eine Sonne? Egal, eher ein Auge, ja ein Auge mit so Strahlen. Da werden einige am Tisch, die dieses Symbol nur zu gut kennen, hellhörig „die Xanathar?“ ja das waren wohl die! Aber viel mehr weiß er nicht, auch nicht wer das ist, weshalb sich alle die wissen, wer das ist, wieder etwas entspannen. Aber einerlei, er soll im Zweikampf sich messen, mit Marl. Vorzüglich, er springt behände auf und hat flugs einen Barstuhl in der Hand, bereit auf Marl loszugehen, der instinktiv selbst aufgesprungen ist. Bevor die beiden die Bar zerlegen, wirkt Vaela betörende Magie auf Kamba und überzeugt ihn, dass doch lieber auf der nächtlichen Picknickwiese auszutragen, wohl auch weil sie den scharfen Blick des Besitzers der Schenke im Genick spürt. Imrik will noch ein paar Leute für den Schaukampf begeistern, scheitert aber an den spießigen gesellschaftlichen Zwängen von Tiefwasser, die bis hier heraus spürbar sind. Er zuckt mit den Schultern, bestellt sich noch ein Bier für den Weg und folgt seinen Kumpanen in die Nacht.
Auf der Wiesen angekommen, in einer angenehm kühlen Nacht, die nach Blumen duftet, hauen sich zwei Männer des Glaubens kräftig aufs Maul. Es wird schnell klar, Kamba ist genau wie Marl bewandert im waffenlosen Kampf, und er schlägt sich sehr tapfer, bis der Helmanbeter ihn in den Schläfergriff nimmt und ins Reich der Träume schickt. Allgemeiner Befund: Der Mann ist in Ordnung. Jolnie und Vaela plündern trotzdem seine Taschen, auch um zu sehen, ob er noch mehr hat, was auf die Xanathar hinweist. Hat er nicht, aber ein mysteriöses Notizbuch. Jolnie schmökert darin, als plötzlich eine große schuppige Hand über seine Schulter hinweg auf die Seite zeigt und Imrik mit einem leichten Anflug von Lallen bekannt gibt, die Buchstaben zu erkennen, es sei Drakonisch. Jolnie fragt, ob er es lesen kann. Lesen, ja. Verstehen? Nein. Meint der Dragonborn und geht hinüber zu Marl, während er sein Bier leert. Da die Besitztümer des Mönchs bescheiden sind und keine geheimen Befehle der Xanathar enthalten, trennt man Jolnie von dem Buch und füllt alles wieder in den einfachen Sack, in dem Kamba seine Habseligkeiten verstaut. An dieser Stelle meint Marl, es wäre doch eine wunderbare Nacht, um genau hier zu übernachten, unter dem Sternenhimmel! Alle außer ihm sind dagegen, also schnappen sich Imrik und Marl den Bewusstlosen, und es geht zurück in den Hengst, wo man ihn auf dem Boden des Gemeinschaftszimmers unterbringt.
15.04.1492
Am nächsten Tag werden alle von Würgelauten geweckt, als Kamba mit der Welt sowohl die Kunde über sein Erwachen als auch seinen Mageninhalt teilt. Eine vage magische Geste von Vaela macht die Sauerei weg, und mit einer weiteren zaubert sie vor die Nase des erwachenden Marl ein Symbol von Helm, um ihn für den Tag zu inspirieren. Jolnie sieht das, und macht einen Penis dazu, aus Gründen. Den übersieht Marl entweder, oder baut ihn irgendwie in sein Glaubenssystem ein, er ist ganz aufgeregt über die offensichtliche Gunst Helms, und diskutiert mit Vaela über die theologischen Implikationen, was diese mit einem geduldigen Lächeln hinnimmt. Dann wird Kamba offiziell in der Gruppe willkommen geheißen, Jolnie fragt ihn etwas über das Buch in seinem Besitz aus, und bietet an, es magisch zu entziffern. Kamba ist dagegen, zu persönlich ist das Buch, sein letzter Besitz seiner verschwundenen Frau und Erinnerung an sie und die ebenfalls verschwundene Tochter. Die könnte man vielleicht finden, wenn man das Buch lesen kann, sagt Jolnie, fies die offensichtliche Bresche im Wall von Burg Kamba ausnutzend. Mit Erfolg, Kamba ist sofort dafür. Jolnie macht es sich für ein Ritual bequem, doch der nach wie vor von Helms Glorie quasselnde Marl und der noch immer etwas nach Alkohol und Erbrochenem stinkende Kamba, der über seiner Schulter hängt wie ein blasser Vollmond, lenken ihn etwas ab.
Die Lösung für einen Teil davon ergibt sich, als just hier der wie eine Katze zusammengerollte Imrik taufrisch und erholt aus seinem Deckenlager aufersteht, sich streckt und fragt, wer frühstücken gehen will. Kamba scheint einverstanden, also nimmt er ihn ohne großes Nachfragen mit. Unten an der um diese Tageszeit etwas verwaisten Schank genehmigt er sich ein ausgiebiges Frühstück, bei dem ihn der Neuankömmling unverhohlen fasziniert anstarrt, so etwas wie einen Dragonborn hat er noch nie gesehen. Imrik für seinen Teil kann mit der Aufmerksamkeit nichts anfangen, fühlt sich aber vage geschmeichelt. Das Gegrummel des Wirtes, der die nur knapp verhinderte Kneipenschlägerei von gestern noch immer nicht verdaut hat, lässt er damit verstummen, dass er für sich und den komplett verkatert aussehenden Menschen neben ihm starken Tee bestellt, gleich drei Becher. Das besänftigt den Wirt sofort, und Imrik verwirft seinen Plan zwei Becher Tee zu trinken, als er in einem Anflug von untypischer Halbelfenkenntnis versteht, dass sein Gegenüber glaubt, der dritte Becher wäre für ihn.
Während das herb-erfrischende Kräutergebräu Kambas Kopfschmerzen vertreibt, verursacht sein Notizbuch bei Jolnie solche, und zwar so schlimm, dass er kurz davor ist fürs Erste aufzugeben. Dank Magie kann er das Buch jetzt zwar lesen, aber den Code, in dem es geschrieben ist, versteht er darum nicht. Außerdem stimmt irgendwas generell nicht. Ein Buch soll zwar ansprechend sein, einen aber nicht ansprechen, vor allem nicht in heiseren, halb geflüsterten Worten, die in fremder, harsch klingender Sprache aus den Schatten in den Ecken des Raumes zu kommen scheinen. Er blinzelt den Migräneschleier weg und lässt das Buch frustriert zuschnappen, worauf zwei kleine Tropfen Blut auf seinen Handrücken fallen. Ein kurzer Griff zum Gesicht offenbart dem Gnom, dass er Nasenbluten bekommen hat. Das war sicher die Anspannung. Und die Migräne. Sicher kein Grund zur Sorge. Das mit den Worten war auch sicher nur eine Nebenwirkung des Rituals. Und Einbildung. Ganz sicher. Jolnie sieht sich im plötzlich sehr groß und leer wirkenden Zimmer um, er hat vor lauter Konzentration nicht bemerkt, dass Vaela und Marl auch nach unten gegangen sind. Ist wohl Zeit zu frühstücken, denkt er sich. Dass er sich am Weg nach unten beeilt und aufatmet, als er seine Bande bei der Schank sieht, ist sicher auch nur der Hunger. Er berichtet den anderen, dass er leider nicht weit gekommen ist, und gibt Kamba sein Buch zurück, aber nicht ohne ihn zu bitten, es ihm beizeiten wieder zu überlassen, was der Mönch mit einem freundlichen Nicken bejaht.
Am späten Vormittag bricht man auf, um den Spuren von Vrielich Flöterich zu folgen. Jolnie meint, er sollte seine unglaubliche angeborene Gnomenmagie verwenden, um mit lokalen Tieren zu kommunizieren, eventuell haben ja welche was gesehen. Imrik sieht sich um, und findet recht bald Spuren von Riesendachsen, die in die richtige Richtung gehen. Die sind Jolnie zu gefährlich, darum beschränkt man sich auf das Finden des Pfades zu der Höhle, wo damals der Kampf war. Die anderen versuchen Imrik hier unter die Nase zu reiben, dass er ohne großes Fragen das Feuer eröffnet hat, die stoische Mine des Drachenmannes offenbart nicht, ob er es überhaupt wahrnimmt, während er die letzten Meter zum Höhleneingang schleicht und dann Entwarnung gibt, alles ruhig. Vaela gemahnt zur Vorsicht, es könnte eine Falle sein. Kamba geht schnurstracks in die Höhle und bestätigt ihre Vermutung ohne Umschweife. Die Falle macht einen donnernden Knall, und der Höhleneingang stürzt ein. Der Mönch macht einen eleganten Satz nach hinten und nimmt keinen körperlichen Schaden, als sich der Staub gelegt hat und der Schuttkegel aufgehört hat sich zu bewegen. Dann nimmt er aber etwas geistigen Schaden durch die Standpauke, die Vaela ihm hält, und gelobt in Zukunft vorsichtiger zu sein. Marl gibt einige Weisheiten und Zitate aus dem Buch Helms zum Besten, Imrik zweifelt an, dass die alle so stimmen, sie wirken zu passend zur gegenwärtigen Situation. Der fromme Helmist will im das Gegenteil beweisen und zeigt ihm die Stellen in seinem Buch. Imrik stimmt zwar grundsätzlich zu, das meiste stimmt, er bemerkt aber auch, dass Marl ein paar Seiten verdächtig kurz hergezeigt hat. Während Waldläufer und Mönch über Theologie streiten, erklettert Vaela den Geröllhaufen. Alles ist nicht verloren, ganz oben ist ein schmaler Spalt noch frei, breit genug für eine Person, und man kann in die Höhle klettern. Dabei schätzt sie aber das Gestein falsch ein und rutscht extrem unglücklich ab, verkeilt ihren Fuß in einer Spalte, und mit einem hässlichen Knirschen bricht ein Knochen. Ihr Wehklagen ruft ihre Gefährten herbei, Marl hilft ihr aus der Spalte, Imrik beschwört die Kräfte der Natur und heilt den Knochenbruch, wonach er einige Blätter aus seinem Beutel holt, sie zerreibt und in den Wind wirft. All dies geschieht unter den staunenden Blicken von Kamba, der wirklich noch viel über das Abenteurerleben lernen muss.
Mit erhöhter Vorsicht und gegenseitiger Hilfe steigen die Helden in die Höhle, wo immer noch dicke Schwaden Staub herumziehen. Der Waldläufer bestätigt, dass die Bewohner der Höhle sich von dannen gemacht haben, nur um vor kurzem wieder gekommen zu sein um die Falle zu stellen, die nicht einfach ein Haufen Steine unter der Decke war, sondern geschickt mit alchemischer Sprengkraft versehen wurde, Kamba hatte wirklich Glück. Jolnie findet unterdessen in der Latrine in der Ecke etwas, also er sieht etwas, hinein will er nicht, das soll jemand geschicktes machen. Imrik fühlt sich angestarrt und stellt etwas die Nackenstacheln auf, aber Kamba meldet sich freiwillig. Er zieht sich die Robe vom drahtig-muskulösen Körper und klettert in das stinkende Loch, dass wohl schon vorher da war und für seinen unrühmlichen Zweck nur etwas erweitert wurde. Er turnt geschickt wieder hinauf, triefend vor absolut unbeschreiblichen Dingen, die Vaela mit magischem Geschick von ihm und dem Gegenstand putzt, den er gefunden hat. Ein Buch, sehr arg mitgenommen. Jolnie repariert es mittels Magie, und blättert darin. Es sind „die Geschichten von Lobin Knood“ laut Einband. Vaela und Jolnie diskutieren wer das Buch lesen soll, während der Rest der Gruppe die wenigen Dinge untersucht, welche die Banditen zurückgelassen haben, und nicht interessantes finden.
Die von Staub erfüllte Luft beginnt langsam allen zu schaffen zu machen, und unter Husten klettert man wieder aus der Höhle, bevor Jolnie sich durchsetzt das Buch in Rekordzeit überfliegt. Es gehörte wohl Flöterich, soviel steht dank der Widmung vorn fest, und irgendwie haben er und Vaela den Eindruck, etwas zu übersehen in dem Buch, aber was, das finden sie partout nicht heraus. Es handelt jedenfalls von den Abenteurern eines romantisch-galanten Gesetzlosen, der von den Reichen stiehlt und den Armen gibt. Na so ein Blödsinn.
Marl gemahnt hier zur Eile, es ist bereits fast Mittag, und man hat nur einen Tag, bevor Pipp aufbrechen will. Also geht es im Eiltempo den Pfad zur Ruine entlang, bis Imrik Halt macht. Die Spuren mehrerer Humanoider kommen der Gruppe aus Richtung Ruine entgegen, und biegen ab auf einen schmalen Pfad, der in die tiefere Wildnis führt. Anzahl und ungefähre Maße würden auf die Banditen rund um Milton passen, also folgt man dem sich windenden Pfad durch den nassen Adlerfarn. Eine knappe Stunde später sitzt auf einem Ast über dem Pfad eine neugierige und ganz und gar nicht scheue Krähe, perfekt für die vorher von Sicherheitsbedenken behinderte angeborene Gnomenmagie. Die Krähe ist relativ hilfreich, nachdem ihr Jolnie ein Kupferstück spendet, nachdem sie zwei bekommen hat, gibt sie bereitwillig Auskunft. Jaja, sie hat einige gesehen, vier und nochmal vier. Oder fünf? Nein vier. Und einer, er hat lustige Geräusche gemacht, wie ein Vogel, krah krah, mit seinem Schwengel hat er die gemacht, und der hatte mächtig was im Schritt. Nun, Vrielich der Flöterich hatte strategisch ausgestopfte Beinlinge an, laut Beschreibung, also wird das wohl die Gruppe sein. Die Krähe war anscheinend sehr fasziniert von seiner Ausstattung, mehrfach kommt sie auf das Thema zu sprechen, aber immerhin hat es dazu geführt, dass sie ihnen bis zu einem nahen Berg gefolgt ist, den Imrik sogar kennt. Und an einem Fluss im Norden, ja krah, da war auch was spannendes, ein „Wolf mit einer Knolle am Kopf“ zu dem sie Jolnie gern führen würde, für noch mehr von diesen Münzen. Der Gnom winkt ab, und man lässt die Krähe mit ihrer Beute allein, die sie augenscheinlich in ein Astloch stopft. Spekulationen darüber, was eine Krähe mit Geld macht, verlaufen sich im rhetorischen Sand, irgendwann entspinnt sich eine längere Grundsatzdiskussion über Unterwäsche, und was die Lehren Helms dazu sagen, diese ist leider nicht im Detail aufgezeichnet worden.
Mittlerweile ist der Nachmittag etwas fortgeschritten, doch während Marl sich wegen dieser Tatsache fruchtlos sorgt, finden Imriks golden funkelnde Drachenaugen am Fuß des Berges, dem „alten 600er“ in der Lokalsprache, einen Pfad nach Norden auf den Berg, auf dem frische Fußspuren sind. Am Ende einer kurzen Klamm, wo der Pfad eine auslandende Haarnadelkurve vollführt, wird die Gruppe von Untun dem Halbork konfrontiert, der in einer gänzlich anderen Lokalsprache alle zum Umkehren zwingen will. Kamba spricht diesen Dialekt recht gut, und kann ihn kurz in ein Gespräch verwickeln, was Imrik Zeit zum Umsehen gibt. Neben Untun hocken in der Deckung eines nahen Felsens noch zwei finster schauende Gestalten, alle haben Armbrüste, alle sind kampfbereit, soviel kann der Waldläufer den anderen subtil mitteilen. Vaela bringt Kamba dazu, die Herausgabe von Vrielich zu fordern, das fördert aber das Füreinander fürs erste fürchterlich ins Finstere worauf der frustriert fluchende Halbork dem scheußlichen Stabreim ein Ende setzt und die Armbrust hochreißt. Jolnie ist schneller, und wirft einen Feuerblitz auf die beiden Schurken, die hinter dem Felsen hervoreilen. Der vordere namenlose Halunke kassiert den Blitz mitten in die Brust, quietscht laut vor Pein und schlägt wild nach den Flammen, sein ebenfalls namenloser Gefährte hat noch weniger Glück und wird gesichtslos, die Flammen springen weiter und rösten seinen gesamten Kopf zu etwas, das an eine Dörrpflaume erinnert, worauf er tot zu Boden fällt. Jolnie ist über die Effektivität seines Angriffs so fasziniert, dass er vergisst in Deckung zu gehen, was ihn fast das Leben kostet. Untun schießt rachsüchtig auf den Mörder seines wenn schon nicht Freundes dann Untergebenen, und der Gnom fällt mit einem Schmerzensschrei hinter einen Felsen, einen Bolzen knapp über dem Herzen in der Brust. Kamba und Marl stürmen wild im Zickzack springend den Hang hinauf, direkt auf Untun zu. Imrik kann sich eine säuerliche Seitenfrage an die leere Luft nicht verkneifen, ob er jetzt sicher schießen soll oder es doch noch mit reden versuchen, bevor er den Richtung Gipfel flüchtenden versengten Banditen mit einem präzisen Pfeil in den Rücken ins Jenseits schickt. Danach läuft er den Pfad entlang, was Untun etwas von den heranstürmenden Mönchen ablenkt. Er tritt gegen einen geschickt ausbalancierten Felsen und löst eine Falle aus, die einen Teil des Hangs zu Tale donnern lässt. Sein Gelächter darüber wird aber zu haltlosem Fluchen, als Imrik behände über die Flut aus Geröll turnt, und verstummt komplett, als er ihm als Draufgabe aus dem vollen Lauf heraus einen Pfeil in den Hals schießt. Der Halbork ist aber unglaublich zäh, er steht immer noch und zieht sogar sein Schwert, als Marl und Kamba ihn im Nahkampf angehen. Es fliegen Fäuste und Klingen, Imrik hält inne um sein Werk zu vollenden, doch während der Pfeil noch fliegt, rutscht Untun auf einem Stein aus, was ihm das Leben rettet, und Kamba unglücklicherweise komplett in die Schussbahn bringt. Der für den Halbork gedachte Pfeil trifft den Mönch fast tödlich, nur seine Reflexe retten ihn vor einem unrühmlichen Tod durch Freundesbeschuss. Untun findet das sehr lustig, er lacht, und lacht, und lacht immer lauter und hysterischer, bevor mit einem seltsamen „Tschwock“ zwei Fontänen aus Blut aus seinen Ohren schießen und er wie vom Blitz getroffen umfällt. Vaela hat sich kurz um den gefallenen Jolnie gekümmert, bevor sie ihre magische Stimme zu einer tödlichen Waffe gemacht hat, die dem Schurken das Hirn zu Brei geflüstert hat. Mit einem unergründlichen Lächeln hebt sie den Magier auf die Füße und schlendert mit ihm den Pfad zu den anderen hinauf, die derweil schon die Leichen plündern, das Mindeste, nach dieser unnötigen Zurschaustellung roher Gewalt. Und dass die Banditen sie angegriffen haben war auch nicht nett.
Im Nachspiel des Kampfes ist Imrik untröstlich, ohne zu zögern benutzt er seine letzten magischen Reserven für den Tag um seinen Fehler wenigstens teilweise wiedergutzumachen und heilt die kritische Pfeilwunde von Marl, der etwas verwundert ist über die Gebräuche in der Welt, dass Freunde so beschossen werden, aber das ist halt so und er hat viel zu lernen. Imriks Mimik bleibt anatomisch geschuldet quasi ungerührt, aber er nimmt wahr, dass Kamba das ernst meint. Während Jolnie sich mit einem magischen Trank heilt, besprechen er, Vaela und Marl das weitere Vorgehen. Der Mönch ist einmal mehr damit beschäftigt, verzweifelt zum Horizont zu zeigen, auf den die Sonne langsam aber sicher zusinkt, Bardin und Magier denken es ist genug Zeit. Leise schleicht man voran, dem Pfad weiter folgend, bis auf ungefähr zwei Drittel zum Gipfel eine Art großes Sims erreicht wird, wo sich neben einem Höhleneingang auch ein Fels findet, auch dem der Zwerg Krandolf sitzt und mit einem Dolch spielt. Er und Imrik sehen sich gleichzeitig, Imrik legt an, Krandolf holt Luft, sein Alarmschrei geht in einem leisen Gurgeln unter, als ein Pfeil ihm sehr endgültig ins Wort fällt. Kamba und Marl gratulieren Imrik zu diesem Blattschuss, er selbst kann es auch nicht so richtig fassen.
Oben auf dem Plateau ist alles weiter ruhig. Bis auf einen Stapel Brennholz ist hier nichts, was auf ein Lager hindeutet. Marl meldet sich freiwillig, den Höhleneingang zu erkunden, Imrik baut sich draußen mit Bogen in der Hand auf und wartet. Der von Helm gesegnete Mönch kehrt erfolgreich zurück und berichtet: Der Höhleneingang ist ein perfektes Versteck, er macht eine zackige S-Kurve, weshalb nichts vom Schein des Feuers drinnen nach draußen dringen kann, auch nicht in tiefster Nacht. Der Rauch zieht wohl über viele Risse in der hohen Decke der Höhle nach draußen, wahrlich eine Banditenhöhle wie aus der Geschichte dieses Lobin Knood. Der Banditenhäuptling heißt aber nicht klein Johann, sondern Milton, und sitzt mit Vrielich und dem Halblingkleriker am Feuer. Auch drinnen sind ein Marl unbekannter grimmig schauender Mann mit langen fettigen Haaren und eine Kriegerfrau, die am Feuer saß und ihre Ausrüstung prüfte. Aus Gründen die nur Jolnie und seinem chaotischen Gemüt bekannt sind, setzt er Kamba den Flo ins Ohr, dass das ja seine verschollene Tochter sein könnte, worauf der eine Mönch den anderen Mönch eine Weile ins Kreuzverhör nimmt. Er ist nicht ganz zufrieden mit Marls Beschreibung, und beschließt die Wand hinaufzuklettern, um zu schauen ob es von oben einen Zugang zur Höhle gibt. Imrik wirft einen Stein neben ihn auf die Wand, macht ihm Handzeichen er solle wieder runter kommen, die Kamba ignoriert. Hier setzt sich der Schalk in Jolnie wieder durch, er beschwört Taschenspielermagie, um Kamba eine Stimme hören zu lassen, die einer jungen Dame, die ihn mit „Vater“ anspricht.
Für die anderen wirkt es, als würde Kamba plötzlich den Verstand verlieren, er reißt die Hände gen Himmel und ruf so laut den Namen seiner Tochter, dass es nur so von den Gipfeln hallt. Imrik für seinen Teil hat die arkanen Gesten des Gnoms bemerkt und röstet ihn mit seinem Blick. Jolnie hat wenigstens den Anstand, etwas betreten zu wirken. Die Heimlichkeit ist wohl dahin, irgendwann erholt sich Kamba von dem Schreck und kommt herunter, während nach längerem Warten von drinnen Stimmen ertönen. Einige sind leise, eine ist die von Vrielich Flöterich, geworden zu Viel Weinerlich, weil so klingt er. Unter Protest wird er herausgeschickt, bis er Imrik und Marl Aug in Aug (in Aug) gegenüber steht und feststellt was Sache ist. Es entspinnt sich ein längerer faerunischer Standoff. Milton kommt bis zur Biegung, fragt wo Krandolf ist. Imrik wirft einen Seitenblick auf die Zwergenleiche, die mit glasigen Augen durch ihn hindurchstarrt und sagt wahrheitsgemäß er ist hier draußen. Nach „Untun und den beiden anderen Typen“ gefragt (weiß eigentlich irgendjemand wie die Beiden geheißen haben? Hatten sie überhaupt je Namen?) gibt Vaela zu, dass sie wohl tot sind. Daraufhin ist Milton etwas eingeschnappt über die Gewalt, was etwas hohl klingt wenn man bedenkt wer diesmal zuerst geschossen hat. Und die Falle ausgelöst hat. Und die andere Falle bei der Höhle gestellt hat. Da lacht Milton erfreut, die Helden haben sie also gefunden?
So geht es hin und her, es wird überlegt zu lügen, man habe Krandolf als Geisel, ein Sturm in die Höhle wird angedacht, spekuliert, ob es einen Hinterausgang gibt, usw. Schließlich schafft Vaela es mit silberner Zunge, an den ruchlosen Pragmatismus von Milton zu appellieren, und sie bietet ihm an, dass die Helden ohne weiteres Blutvergießen von Dannen ziehen, wenn ihnen der Flötenheini verkauft wird. Das stößt auf mehr Gegenliebe als gedacht, zum Schock des erwähnten Flötenheinis, der Preis wird auf wohlfeile 100 Goldmünzen festgelegt, was für die Helden noch immer Profit ohne weitere Lebensgefahr bedeutet. Vrielich kann es nicht fassen, wird aber fein verschnürt vor die Höhle gerollt. Aber Milton hat noch etwas im Ärmel, wenn auch kein Ass, dann zumindest den Herzbuben. Mit honigsüßen Worten will er Vaela einwickeln, ihr Potential ist mit dieser Bande doch verschwendet, sie soll sich das mit dem Banditentum nochmal überlegen, bei ihm wäre ein Platz für sie frei. Der Klang von Vaelas Stimme macht den dämmernden Frühlingsabend zu einer Herbstnacht mit frühem Frost, als die Bardin zu verstehen gibt, kein Interesse zu haben. Milton sieht das ein, holt sich nochmal das Versprechen aller Helden, ihn und seine Bande in Ruhe zu lassen. Zumindest vorerst, man verabschiedet sich ominös bis zum nächsten Mal, und tritt mit einem jammernden Flötenfreier im Gepäck den Rückweg an. Er beweint sein Schicksal, beteuert seine Verblendung, er habe sich das Banditenleben wesentlich romantischer vorgestellt, beteuert, der jungen Brüllhorn nie etwas antun haben zu wollen und versucht noch die Helden mit einem angeblichen Schatz bei der Ruine zu bestechen bis alle genug haben und ihm das Maul stopfen. Mit einer seiner Socken. Irgendwo kräht laut und hämisch eine Krähe.
Der Tag neigt sich seinem Ende zu, und goldenes Licht durchflutet den Wald, als eine etwas abgekämpfte Heldentruppe bei der Dorfwache vorständig wird. Flöterich wird in einem Schnellprozess zwar von der Banditerei (Todesstrafe) freigesprochen, ihm wird aber Entführung, noch dazu einer Adligen, zu Last gelegt (mehrere Jahre Karzer, frühe Entlassung gegen schwere Arbeit). Zuerst geben die Helden ihm sein geliebtes Latrinenbuch zurück, als Andenken für seinen Leichtsinn, aber er wirkt zu verschmitzt es wieder zu haben, weshalb sie erwirken, dass der Magistrat es einkassiert, als letzten Hieb gegen den nervigen Kerl. Der alte Brüllhorn ist jedenfalls glücklich, dass die Familienehre so wiederhergestellt ist, und rückt die fein gearbeitete Brustplatte heraus. Dass die Helden sie bald zu Geld machen wollen, verschweigen sie erstmal.
Das erste Abenteuer ist jedenfalls überstanden, viele werden wohl folgen.
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